Übernehmen Roboter die Kochlöffel?

Digitalisierung ist in aller Munde – auch in der Gastronomie. Dies hört sich etwas eigenartig an und viele fragen sich, was die Bits und Bytes einer digitalen Technologie in der analogen Genusswelt zu suchen haben.

11. Januar 2019

Diese Frage stellen sich zur Zeit viele Gastronomieunternehmen, darunter auch die ZFV-Unternehmungen. Dabei haben die digitalen Sterne und Daumen auf Bewertungsplattformen, die Hotelzimmerbuchung oder Tischreservierung über Online-Kanäle und die Bestellung einer frischen, veganen Hot-Bowl im Onlineshop des virtuellen Lieblingsthais schon längst die Verpflegungsindustrie erobert. Wo soll also eine Digitalisierungs-Strategie ansetzen? Übernehmen Roboter die Kochlöffel? Oder fliegen Drohnen das bestellte Schnitzel direkt an unseren Tisch? Wer weiss, vielleicht sind dies ja tatsächlich realistischere Szenarien, als wir ahnen. Immerhin lässt «Alexa» es sich nicht nehmen, uns das Licht zu löschen und uns eine gute Nacht zu wünschen.

Digitalisierung der Arbeitsplätze

Neue Technologien bieten neue Möglichkeiten, indem sie einfache Arbeiten übernehmen können und so Raum und Zeit für neue Dienstleistungen schaffen. Die Ausserhausverpflegung hat in den letzten Jahren in der Schweiz stark zugenommen. Der urbane Durchschnittsschweizer liebt die Abwechslung in seiner Speisekarte mehr denn je. Vom Tankstellenshop-Sandwich zu einem veganen Burger, zurück zu einer knusprigen Pizza und rüber zu einer tibetanischen Wok-Pfanne. Diese Veränderungen stellen die Gastronomie vor neue Herausforderungen. Der Gast will jederzeit und überall über das aktuelle Angebot informiert sein. Selbstverständlich will er auch wissen, welche Allergene in seinem Quinoa-Salat vorkommen und wo der Poulet-Stick obendrauf geboren wurde. Nicht zuletzt möchte er seinen bevorzugten Tisch jederzeit und zwar sofort reservieren können.

Die App, die unser Bestellverhalten lernt

Neue Technologien entlasten so die Mitarbeitenden und bieten den Gästen gleichzeitig einen Mehrwert. So kann zum Beispiel eine Mobile-App den Gast schon auf dem Weg ins Restaurant über das heutige Tagesangebot informieren, selbstverständlich mit Hinweisen zu den Inhaltsstoffen, dem Energiegehalt der Mahlzeit und weiteren gesundheitlichen Aspekten der Nahrungsmittelaufnahme. Ausgestattet mit einer künstlichen Intelligenz, lernt diese App, das Bestellverhalten der Gäste mit Wetterdaten, Wochentagen, Mondphasen, Schulkalender und aktuellen Staumeldungen zu vergleichen. Mit zunehmender Datenmenge wird sie den Gastronomen immer genauere Prognosen machen können, welche Angebote seiner Menükarte in welchen Mengen nächste Woche bestellt werden. Dadurch spart er sich Zeit bei der Menüplanung, kann optimiert einkaufen und gleichzeitig seinen Food Waste reduzieren.

Big Data mit Herz

Das Sammeln, Strukturieren und Auswerten von grossen Datenmengen stellt die grosse Herausforderung für die Gastronomie dar. Reichten in der Vergangenheit einfache Strichlisten aus, um die Zahl der verkauften Pommes-frites-Portionen zu erfassen, fordern die neuen digitalen Technologien mit ihren unersättlichen Datenwolken neue Strategien.