Gruppenturnen auf der Olivenbaum-Terrasse

Mit den sozialen Errungenschaften haben die Pionierinnen des ZFV, allen voran Susanna Orelli, die Berufsmöglichkeiten der Frauen im Gastgewerbe nachhaltig verbessert, längst bevor die Gewerkschaften aktiv geworden sind!

7. Januar 2019

Fakten und Zahlen

Neuerungen für die Mitarbeiterinnen

  • Fester Monatslohn, Abschaffung des Trinkgeldes
  • Arbeitszeit: 10 Std. pro Tag (bei Bedarf reduziert auf 9 Std.), für Köchinnen: 8 Std.
  • Ein freier Tag pro Monat plus ein halber freier Tag wöchentlich
  • Teilzeitarbeit war möglich
  • Ferien – wenn nötig bis zu vier Wochen pro Jahr
  • Kranken- und Unfallversicherung, bezahlt vom ZFV
  • Altersvorsorge, längst bevor 1948 die AHV eingeführt wurde
  • Personalwohnungen und -häuser
  • Arbeitskleidung für Sommer und Winter (gratis nach Ablauf des ersten Dienstjahrs)
  • «Fitness-Training» in Form von Gruppenturnen

Der ZFV wurde 1894 von weitsichtigen Zürcher Bürgerfrauen gegründet. Mit alkoholfreien Speisewirtschaften und Kaffeestuben in der Stadt Zürich sagten sie dem Alkoholismus den Kampf an. Seine Brutstätte waren damals die öffentlichen Restaurants, wo es kaum Alternativen zu alkoholischen Getränken gab.

Frauenpower

In den ZFV-Betrieben arbeiteten hauptsächlich Frauen. Sie kochten, machten den Abwasch, servierten Speisen und Getränke und putzten vor und hinter den Kulissen. Während die Arbeit im Gastgewerbe heute «in» ist, war sie damals auf der untersten Imagestufe angesiedelt mit entsprechend schlechtem Ruf in der Gesellschaft. Auch hier sah Susanna Orelli-Rinderknecht, die erste Geschäftsführerin des ZFV, dringenden Handlungsbedarf. Sie bezeichnete ihre Mitarbeiterinnen als das grösste Kapital des ZFV und formulierte als Ziel, «anständigen Mädchen und Frauen einen anständigen Beruf zu anständigen Bedingungen zu geben».

«anständigen Mädchen und Frauen einen anständigen Beruf zu anständigen Bedingungen geben»

Gründung Vorsteherinnenschule

1908 gründete Susanna Orelli die Vorsteherinnenschule, weil sie überzeugt war, dass eine gute und fundierte Ausbildung das «A und O» für ein selbstbestimmtes und verantwortungsbewusstes Leben ist. Auch monatliche Weiterbildungen, zu denen alle Mitarbeiterinnen eingeladen waren, gehörten zum Programm der ZFV-Mitarbeiterinnen.

Fakten und Zahlen

Neuerungen für die Mitarbeiterinnen

  • Fester Monatslohn, Abschaffung des Trinkgeldes
  • Arbeitszeit: 10 Std. pro Tag (bei Bedarf reduziert auf 9 Std.), für Köchinnen: 8 Std.
  • Ein freier Tag pro Monat plus ein halber freier Tag wöchentlich
  • Teilzeitarbeit war möglich
  • Ferien – wenn nötig bis zu vier Wochen pro Jahr
  • Kranken- und Unfallversicherung, bezahlt vom ZFV
  • Altersvorsorge, längst bevor 1948 die AHV eingeführt wurde
  • Personalwohnungen und -häuser
  • Arbeitskleidung für Sommer und Winter (gratis nach Ablauf des ersten Dienstjahrs)
  • «Fitness-Training» in Form von Gruppenturnen