Gemeinsam gegen die Verschwendung

In Personalrestaurants und Mensen sieht man sie ab und zu, die noch halbvollen Teller auf den Abräumgestellen. Dies ist jedoch nur eine sichtbare Form von Lebensmittelverschwendung, auch Food Waste genannt. Laut einer Schätzung der Vereinten Nationen, geht pro Jahr ein Drittel, rund 1.3 Milliarden Tonnen, der weltweit für den Menschen produzierten Nahrung verloren oder wird weggeworfen. Eine unnötige Verschwendung von Ressourcen, Energie und Geld.

Melanie Weber, 29. April 2019

Fakten und Zahlen

Agenda 2030

Die Agenda 2030 ist seit 2016 der global geltende Rahmen der Vereinten Nationen für die nationalen und internationalen Bemühungen zur gemeinsamen Lösung der grossen Herausforderungen der Welt. Als UNO-Mitgliedstaat ist auch die Schweiz aufgefordert, die Ziele auf nationaler Ebene zu verwirklichen. Für die Schweizer Gastronomie-Branche ist das Unterziel 12.3, der verantwortungsvolle Konsum sowie Produktion, massgebend. Er schreibt unter anderem vor, bis 2030 den Food Waste pro Kopf zu halbieren.

Food Waste entsteht auf verschiedenen Stufen der Lebensmittelproduktion und des Konsums. Bereits auf dem Feld werden bei der Ernte Gemüse und Früchte aussortiert, die nicht der Norm entsprechen. Während der Verarbeitung kommt es zu weiteren Verlusten, da die Produktion nicht alle Nebenprodukte verwerten kann. Doch auch der Handel leistet seinen Anteil an der Lebensmittelverschwendung in den Verkaufsprozessen. Produkte, die durch den Transport nicht beschädigt werden, gelangen zunächst in die Verkaufsregale. Überschreiten sie das Verkaufsdatum, landen sie ebenfalls meist im Abfall.

Das eigene Bauchgefühl

Der Konsumbereich mit Privathaushalten und Grossverbrauchern macht insgesamt die Hälfte des gesamten Food Waste aus. Die Konsumenten kaufen mehr ein – mehr als sie eigentlich brauchen. Auch beim Kochen entsteht regelmässig ein «zu viel», doch die Reste werden nicht verwertet. Beim auswärts essen im Restaurant oder in der Mensa sind die Augen häufig ebenfalls grösser wie der Magen. Braucht es wirklich noch eine Vorspeise oder reicht ein Hauptgang? Es scheint, als vertrauen die Konsumenten ihrem Bauchgefühl nicht mehr.

«United Against Waste»

Um Food Waste dauerhaft und deutlich zu reduzieren, braucht es gebündelte Kräfte. In der Schweiz wurde hierzu im Jahr 2013 der Verein United Against Waste gegründet, ein Branchenzusammenschluss im Food Service Sektor. Er erarbeitet praxisnahe Lösungsansätze gegen Food Waste und stellt sie der Branche zur Verfügung. Zudem engagieren sich die Vereinsmitglieder gemeinsam für die Reduktion von Food Waste im Ausser-Haus-Konsum. Sie haben zum Ziel, den Lebensmittelabfall in der Branche zu halbieren.

Auf der Website von United Against Waste finden Konsumenten nützliche Tipps für die Verwendung von Essensresten wie zum Beispiel von altem Brot.

ZFV-Mitarbeitende engagiert gegen Food Waste

Als Gründungsmitglied von United Against Waste und mit Gilbert Philipona, Leiter Einkauf und Warenbewirtschaftung, im Vorstand vertreten, setzt sich der ZFV engagiert für die Reduzierung von Food Waste ein. Dazu zählt zum Beispiel die stichprobenartige Messung von Lebensmittelverlusten in den Betrieben, wobei verdorbene oder abgelaufene Ware, Rüstabfälle, Reste auf den Tellern und vom Buffet sowie die Überproduktion erfasst werden. Das Ziel ist es, im Vergleich zum Vorjahr betriebsübergreifend eine bestimmte Einsparung zu erreichen.

Die Sensibilisierung der Gäste ist ebenfalls von zentraler Bedeutung. So steht in den ZFV-Betrieben während der Nachhaltigkeitswoche ein Tag ganz im Zeichen von Food Waste. Dabei werden die Reste auf den Tellern gemessen und das Ergebnis am Folgetag kommuniziert. Begleitend kreieren die Betriebe ein Food Waste-Menü zur Inspiration für den privaten Haushalt – denn aus Lebensmittelresten lässt sich noch etwas Köstliches zaubern.

So ist jede und jeder Einzelne gefordert, im Umgang mit Lebensmitteln das richtige Mass zu finden, damit «Genuss» für die zukünftigen Generationen kein Fremdwort sein wird.

Fakten und Zahlen

Agenda 2030

Die Agenda 2030 ist seit 2016 der global geltende Rahmen der Vereinten Nationen für die nationalen und internationalen Bemühungen zur gemeinsamen Lösung der grossen Herausforderungen der Welt. Als UNO-Mitgliedstaat ist auch die Schweiz aufgefordert, die Ziele auf nationaler Ebene zu verwirklichen. Für die Schweizer Gastronomie-Branche ist das Unterziel 12.3, der verantwortungsvolle Konsum sowie Produktion, massgebend. Er schreibt unter anderem vor, bis 2030 den Food Waste pro Kopf zu halbieren.