Einstieg in die Gemeinschafts­gastro­nomie

Seit mehr als 100 Jahren werden Studierende, Dozierende und Mitarbeitende der Universität vom selben Gastgeber verpflegt: dem ZFV. Eine Jahrhundertpartnerschaft wie diese steht in einer schnelllebigen Zeit wie heute fast schon quer in der Landschaft. Wie kam es dazu?

Claudia Christen, 16. April 2019

Ein Blick in die Geschichte

Am 20. April 1914 wurde das neue Kollegiengebäude der Universität Zürich an der Rämistrasse anlässlich des Sechseläutens festlich eröffnet. Kurze Zeit später entschied die Kantonale Erziehungsdirektion, an der Universität ein Verpflegungsbuffet einzuführen. Mit der Führung der neuen Mensa wurden die 1894 gegründeten ZFV-Unternehmungen betraut. In den Jahren zuvor hatte das Unternehmen unter dem Namen «Zürcher Frauenverein für alkoholfreie Wirtschaften» die Gastronomieszene in der Limmatstadt kräftig aufgemischt und sich als Anbieterin von gesunden, preiswerten Verpflegungsmöglichkeiten etabliert.

Und heute?

In den folgenden Jahrzehnten gelang es den ZFV-Unternehmungen so gut, sich den verändernden Gästebedürfnissen immer wieder anzupassen, dass die Partnerschaft mit der Universität Zürich bis heute Bestand hat. Neue Konzepte wie die erste vegetarisch-vegane Mensa der Schweiz, das Rämi 59, die Irchel Bar oder die beiden Café Complet sind nur einige der Neuerungen in den vergangenen Jahren.
Aus dem einfachen Buffetbetrieb von 1914 sind in der Zwischenzeit vier Mensen, neun Cafeterias zwei Restaurants und die Irchel Baar geworden. Die Verpflegungsphilosophie basiert auf ausgewogener, abwechslungsreicher und gesunder Ernährung zum günstigen Menüpreis. Ziel des Caterers ist ein kostendeckendes Ergebnis, nicht eine Gewinnoptimierung. Dank den grösseren Mensen und zusätzlichen Cateringaufträgen findet eine Querfinanzierung statt, die den tiefen Studentenpreis kompensiert. Dank dem genossenschaftlichen Gedankengut des ZFV konnte dieser Menüpreis im Jahr 2003 von CHF 5.70 auf CHF 5.40 gesenkt und bis heute beibehalten werden.

«Aus dem einfachen Buffetbetrieb von damals sind in der Zwischenzeit vier Mensen, neun Cafeterias zwei Restaurants und die Irchel Bar geworden.»